Gemeinschaftspraxis und Tagesklinik

Solveig Jensen-Memming & Dr. Björn Brunke

Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe

  

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Verhütung
 
Schwangerschaftsverhütung ist heute auf so vielfältige Weise möglich, dass die anhaltend hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen verwundern muss.
 
Das Kondom hat als Schutz vor Aids und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen noch nicht ausgedient. Ansonsten hat es eine Versagerquote von 3-5% pro Jahr und gehört damit nicht zu den sicheren Verhütungsverfahren.
 
Am besten erprobt ist die Antibabypille, ein so genannter Ovulationshemmer. Die erforderlichen Hormondosen sind in den vergangenen 40 Jahren ständig gesenkt worden, sodass die Verträglichkeit heute sehr gut ist.
Neuerdings kann man die Ovulationshemmung auch über die Haut (Evra-Pflaster) oder die Scheidenschleimhaut (Nuva-Ring) durchführen.
 
                          
In den letzten Jahren ist vor allem die Langzeitgabe der Ovulationshemmer sehr beliebt geworden, da damit die Regelblutung unterdrückt werden kann. Für Migräne-Patientinnen bietet das auch die Chance, die Migräneanfälle während der Regelblutung zu verhindern.
Bei den Spiralen hat wegen der Blutungsabschwächung auch die Hormonspirale Mirena den Kupferspiralen den Rang abgelaufen. Bei der Mirena findet mit sehr niedrigen Gestagendosen jedoch keine Ovulationshemmung statt, sondern es wird nur der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert.

Spiralen legen wir grundsätzlich nur ein, wenn wir vorher durch eine Untersuchung des Scheidensekretes eine Entzündung am Muttermund ausgeschlossen haben.
Bewährt hat sich die Einlage während der Regelblutung, noch leichter für Frau und Arzt/ Ärztin geht es am 10. bis 14. Zyklustag vor dem Eisprung. Man kann auch am Vorabend der Spiralenlegung Prostaglandin-Tabletten geben und damit den Gebärmutterhalskanal erweitern.

Das Hormonstäbchen Implanon ist dagegen wieder hoch dosiert und ein Ovulationshemmer. Dieses wird in örtlicher Betäubung unter Haut des Oberarmes geschoben und muss nach 3 Jahren wieder durch einen kleinen Hautschnitt entfernt werden.

Kupferspirale

Kupferspiralen bestehen aus einem Kunststoffkörper und sind am Schaft mit Kupferdraht umwickelt. Der Empfängnisschutz der Spirale besteht aus mehreren Faktoren.

      Das Kupfer setzt die Beweglichkeit der Spermien
         herab, dadurch kommt es in den meisten Fällen gar
         nicht zu einer Befruchtung der Eizelle.
      Kommt es dennoch zur Befruchtung, wird das
         Einnisten der Eizelle beeinträchtigt.

Diese Vorgänge bilden sich nach der Entfernung der Spirale rasch zurück, so dass unmittelbar danach eine Schwangerschaft wieder eintreten kann.
Die Sicherheit der kupferhaltigen Spirale ist gut. Bei 100 Frauen, die mit einer solchen Spirale verhüten, treten innerhalb von einem Jahr 1-2 Schwangerschaften auf. 80% der ungewollten Schwangerschaften sind allerdings Folgen einer nicht korrekt liegenden Spirale. Daher  verbessert die regelmäßige halbjährliche Kontrolluntersuchung die Sicherheit.
Nebenwirkungen: Nach dem Einlegen kann es vorübergehend zu ziehenden Beschwerden im Unterbauch kommen, die jedoch im Allgemeinen nach wenigen Stunden vergehen. Nur selten kommt es zu einem Ausstoßen der Spirale. Die Spirale hat keinen Einfluss auf den Zyklus ( das hormonelle Geschehen). Jedoch kann es zu einer leichten Verlängerung und auch zu einer leichten Verstärkung der Regelblutung kommen. Die Kupferspirale hat je nach Kupferanteil eine wirksame Liegezeit von 2-3 Jahren
 
Hormonspirale
Die Hormonspirale besteht aus einem kleinen, Hormon- freisetzenden Zylinder, der mit einem T-förmigen Kunststoffteil verbunden ist. Die Hormonspirale ist eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung. Umfangreiche Studien haben gezeigt, dass von 1000 Frauen, die das IUS (InterUterinSpirale) für ein Jahr angewandt haben, nur 2 schwanger wurden. Die Liegezeit beträgt 5 Jahre.
Nebenwirkungen: Nebeneffekte sind wiederholte Zwischenblutungen in den ersten 3 Monaten, die sich jedoch immer wieder legen. Im weiteren Verlauf sind die Monatsblutungen wesentlich kürzer, weniger schmerzhaft und mit deutlich geringerem Blutverlust. 20% der Anwenderinnen werden im Verlauf der Liegezeit vollständig blutungsfrei.

Hormonstäbchen
Das Hormonstäbchen ist ein 3 cm langer, schlanker Kunststoffkörper, der am Oberarm mit einem sterilen Einwegaplikator unter die Haut implantiert wird. Die darin enthaltenen Gelbkörperhormone werden gleichmäßig freigesetzt und gewährleisten dadurch einen Empfängnisschutz für 3 Jahre. Die Sicherheit ist sehr hoch. Bei 2000 kontrollierten Anwenderinnen ist es bisher zu keinem Versager gekommen.
Nebenwirkungen sind in erster Linie, ähnlich wie bei der Hormonspirale, anfängliche Zwischenblutungen. Danach werden die Regelblutungen deutlich schwächer und schmerzärmer. Das Hormonstäbchen muss nach 3 Jahren durch einen kleinen Eingriff wieder entfernt werden.

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